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Differdinger Gemeinderat verabschiedet drei Bauprojekte

KPL-Rat Ali Ruckert: »Es werden zu wenig bezahlbare Mietwohnungen gebaut«

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06/10/2016

Eingangs der Gemeinderatssitzung vom 5. Oktober sprach der kommunistische Rat Ali Ruckert zur Tagesordnung und beschwerte sich darüber, dass den Räten erst drei Arbeitstage vor der Sitzung ein Viertelmeter Dokumente zugestellt wurden. Das sei nicht das erste Mal, und er habe den Eindruck, dass der Schöffenrat, der wochen-, wenn nicht monatelang Zeit habe, um sich mit den Projekten vertraut zu machen, die Dokumentationen mit Absicht so spät weiterleite, um die Arbeit der Oppositionsräte zu erschweren. Bürgermeister Traversini ließ diesen Vorwurf nicht gelten, versprach aber Besserung.

Im Mittelpunkt der Sitzung standen mehre Bauprojekte.

Am Ort genannt »Zwischen Lauterbännen« in Niederkorn nahe der Cité de la Chiers sollen von der »Société nationale des habitations à bon marché« (SNHBM) 30 Einfamilienhäuser und weitere 24 Wohnungen, von denen ein Teil vermietet werden soll, gebauten werden. Zu diesem Zweck verkaufte die Gemeinde, die Aktionär der SNHBM ist, 1,56 Hektar an die öffentliche Wohnungsbaugesellschaft. Ziel ist es, für einkommensschwache Familien eine bezahlbare Bleibe zu schaffen. Den Zuschlag sollen vorrangig Familien aus der Gemeinde Differdingen bekommen.

Unweit davon soll im »Mathendall« in Niederkorn ein Teilbebauungsplan mit 184 Einfamilienhäusern und 43 Wohnanlagen mit insgesamt 432 Wohnungen in Etappen innerhalb von fünf bis sechs Jahren verwirklicht werden. Ein Teil der Wohnungen sollen Sozialwohnungen sein.

Ein drittes, viel kleineres Bauprojekt soll gleichfalls in Niederkorn, an der Ecke Rue Pierre Gansen, Rue des Celtes und Rue des Ligures verwirklicht werden. Über einen Erbauvertrag mit einer Dauer von 59 Jahren wird die Gemeinde einem Bauunternehmer ein 11,65 Ar großes Grundstück für den Bau von neun Wohnungen zur Verfügung stellen. Der Wohnblock wird anschließend vom »Syndicat intercommunal du Kordall« verwaltet, der die neun Wohnungen an minderbemittelte Familien vermieten wird.

Alle drei Wohnbauprojekte wurden einstimmig angenommen. KPL-Rat Ali Ruckert begrüßte die Bauvorhaben, bedauerte jedoch, dass wiederum nicht genügend bezahlbare Mietwohnungen geschaffen werden. Um der Wohnungsnot beizukommen, müsste dem Bau von Mietwohnungen absolute Priorität eingeräumt werden, wie das die KPL in ihrem Wahlprogramm formuliert und im Gemeinderat immer wieder vorgebracht habe. In den vergangenen Jahren seinen aber vom Schöffenrat nur wenige bezahlbare Mietwohnungen geschaffen worden. Der kommunistische Rat lobte zwar den Rückgriff auf das Instrument des Erbbauvertrags, das Wohnungsbau günstiger macht, da der Baugrund in diesem Fall im Besitz der Gemeinde bleibt, stellte aber mit Bedauern fest, dass eine Schwalbe noch keinen Sommer mache. Der Schöffenrat mache definitiv nicht genug, um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.

»Rattem« kommt aus dem Bauperimeter

Einstimmig beschloss der Gemeinderat, den »Rattem«, ein Zeugenberg am Eingang von Oberkorn aus Beles kommend, aus dem Bauperimeter zu nehmen. Hier werden immerhin rund 30 Hektar zu einer grüne Zone, was zwar manchem Baulöwen nicht gefallen dürfte, allerdings dazu führen wird, dass dieses Gebiet, das an das Tal anschließend, in welchem die Korn entspringt, nicht verunstaltet wird.

KPL-Rat Ali Ruckert erinnerte daran, dass mit diesem Beschluß eine langjährige Forderung der Kommunisten erfüllt wird, und forderte dazu auf, zu prüfen, an welchen Stellen der Bauberimeter im Interesse des Naturerhalts weiter eingeschränkt werden könnte.