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KPL-Zentrum stand in der Rue de la Poste:

Gebaut wird kein neuer Umsteigebusbahnhof!

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31/03/2015

Am S28. März klärte die Sektion Zentrum der KPL erneut in der Rue de la Poste auf, wer da die Profite einstreicht und wer da die Mühsal komplizierter und zahlreicher werdender Umsteigevorgänge von Bus zu Bus dafür in Kauf zu nehmen hat.

Überraschend war die Vielzahl der Leute, die glaubten, das sei alles nur vorübergehend: da werde doch ein neuer zentraler Busumsteigebahnhof entstehen. Wir mußten diese Leute enttäuschen: gebaut wird ein Nobelkaufhaus mit Nobelbüros und Nobelwohnungen, aber kein neuer, womöglich überdachter Busumsteigebahnhof.

Fragt sich, woher das Gerücht kommt, denn die ursprüngliche Planung eines überdachten Umsteigens im Zentrum der Hauptstadt wurde vor einem Dutzend Jahre auf der MIPIM in Cannes begraben: dort wurde dem damaligen DP-Bürgermeister Helminger klargemacht, das Erdgeschoß sei der profitabelste Teil eines Kaufhauses, und den könne er doch nicht den Nutzern des öffentlichen Personennahverkehrs opfern. Seiter erklärten Helminger wie der grüne erste Schöffe Bausch unisono: »Wir brauchen den Busbahnhof nicht mehr!« Die Nachfolgerinnen Polfer & Tanson blieben dabei, und das hat für die vier wohl auch ihre Richtigkeit, da sie nie Bus fuhren oder fahren.

Aber gut, wer dann ab 1. Juni Terminus bei der Badanstalt hat, kann z.B. ja dort in einen Bus bis zum Hamilius umsteigen und von dort zur Avenue Monterey vorgehen, um weiterzufahren. Oder so ähnlich, oder noch komplizierter, alles zur höheren Ehre der Profiteure des Royal-Hamilius.

Es gab auch Leute, die meinten uns sagen zu müssen, es sei zu spät, um noch etwas zu erreichen. Ja, es ist zu spät, um die zentrale Umsteigeplattform am Aldringer noch zu retten, die in den 70ern an die Stelle der vormaligen Aldringer-Schule trat und jene wesentliche Verbesserung des städtischen Busdienstes brachte, die nun wieder verlorengeht. Aber es ist nicht zu spät, um zu begreifen, wie der real existierende Kapitalismus funktioniert!

Und es ist heute auf keinen Fall zu spät, sich besser aufzustellen, damit in 10 Jahren, wenn der Royal-Hamilius pleite geht – immerhin kommt er um einen Krieg zu spät, da den Einkaufszentren durch das Internet die Kunden wegbrechen! Dann wird es immerhin möglich, unten mit den Bussen ins Häuschen reinzufahren, und in der Großgasse wieder heraus – und fertig ist der neue überdachte zentrale Busumsteigebahnhof!

In der Zwischenzeit wird es gut sein, wenn etwas geschieht, um der Segregation einer ständig wachsenden Bevölkerungsgruppe, nämlich der Englischsprachigen, entgegenzuwirken. Deren Zahl unter den Einwohnern nimmt immer mehr zu, und die sind noch wesentlich mehr vom Informationsfluß ausgesperrt wie die Frankophonen. Es kommt da ein neues, schnell größer werdendes Problem auf Stadt und Land zu: immer öfter werden wir gefragt, ob wir unser Flugblatt nicht auch auf Englisch haben.