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Aus dem Differdinger Gemeinderat

KPL-Rat fordert den Bau eines Bahnhofsgebäudes in Differdingen

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29/01/2015

Am 1. Oktober 2014 hatte der Differdinger Gemeinderat mehrheitlich eine Abänderung des Flächennutzungsplans (»Plan d’Aménagement Général«, PAG) gestimmt, die verhindern soll, dass weitere Einfamilienhäuser abgerissen und durch mehrstöckige Residenzen ersetzt werden. Diese Einschränkung der Rechte der Immobilienhaie soll dazu führen, dass dem unkontrollierten Wachstum und seinen negativen Auswirkungen auf die Allgemeinheit Grenzen gesetzt werden.

Der kommunistische Gemeinderat Ali Ruckert hatte damals für die Abänderung des PAG gestimmt, deutlich gemacht, dass die kapitalistische Marktwirtschaft eine vernünftige Stadtentwicklung unmöglich macht und begrüßt, dass auf planwirtschaftliche Elemente zurückgegriffen werden müsse, um die Entwicklung von Differdingen zu steuern.

Am 28. Februar 2015 nun stimmte der Gemeinderat dann mehrheitlich für eine weitere Anpassung des betreffenden Teils des Flächennutzungsplans. Demzufolge dürfen Häuser mit mehreren Wohnungen zwar noch immer renoviert und umgestaltet werden, unter der Bedingung, dass die Zahl der Wohnungen nicht erhöht wird, allerdings wird diese Einschränkung nicht gelten für medizinische und paramedizinische Einrichtungen, Hotels, Internate, Studentenwohnungen und Wohnungen für ausländische Mitbürger, die Asyl beantragt haben.

Der kommunistische Rat, der für die Abänderung stimmte, erinnerte noch einmal daran, dass die KPL es lieber gesehen hätte, wenn das Verbot, Einfamilienhäuser abzureißen und durch mehrstöckige Residenzen zu ersetzen, auch für die Zubringerstraßen in Niederkorn, in Oberkorn und im Wohnviertel Fousbann gegolten hätte.

Er begrüßte auch die Entscheidung des Schöffenrats, den Bauperimeter nicht zu erweitern, schlug aber vor, zu studieren, wo eine Einschränkung des derzeitigen Bauperimeters sinnvoll sein könnte.

Einstimmig angenommen wurden die punktuellen Abänderungen des PAG in der Rue de la Chiers und der Rue de la Montagne und der Teilbebauungsplan »Terrasses de Differdange«, wo der »Fonds du logement« 75 Wohnungen bauen will, die anschließend verkauft werden.

Als einziger stimmte der KPL-Rat allerdings gegen die punktuelle Abänderung des PAG »Entrée en ville«. Auf diesem Gelände unmittelbar vor dem Stadtzentrum sollen bekanntlich nicht nur eine »Europaschule« statt eines Lyzeums und ein großes Einkaufszentrum entstehen, sondern der Schöffenrat plant dort, neben der Schaffung von viel Parkraum, auch den Bau von zwei Wohntürmen und eines neuen Polizeigebäudes. Der Vertreter der KPL kritisierte dieses Konzept und schlug vor, einen Teil des Geländes zu nutzen, um ein regelrechtes Bahnhofsgebäude am Eingang zum Stadtzentrum zu bauen.

»Das ist eindeutig gegen die Vereinswelt gerichtet«

Als keine gute Idee bezeichnete der kommunistische Rat die Absicht des Schöffenrats, im ungestalteten und in »DiffMAG« umbenannten »Déifferdang Magazin« bezahlte Privatanzeigen von Differdinger Geschäftsleuten zu veröffentlichen. Eine solche Neuerung richtet sich gegen die Vereine, die bei Veranstaltungen und Vereinsfeierlichkeiten mit der Schaltung von Anzeigen der lokalen Geschäftswelt rechnen, um ihre Informationshefte und Broschüren zu finanzieren, so Ali Ruckert. Im schlimmsten Fall führe die Konkurrenz, welche die Gemeindeverwaltung den Vereinen machen wolle dazu, dass das Informationsmagazin der Gemeinde, das pro Nummer zwei Seiten Anzeigen veröffentlichen will, den Vereinen im Jahr bis zu 20.000 Euro wegschnappe. »Dies ist demnach eindeutig gegen die Vereinswelt gerichtet«, so der kommunistische Rat, der leider als einiger gegen dieses Konzept stimmte.

Reifenverbrennungen bei Arcelor/Mittal: Was werden die Auswirkungen sein?

Zum Schluß der Sitzung bestätigte Schöffe Georges Liesch auf Anfrage von KPL-Rat Ali Ruckert, dass das Umweltministerium dem Stahlkonzern ARCELOR/Mittal die Genehmigung erteilt habe, auf dem Differdinger Hüttenwerk 120 Tonnen Altreifen zu verbrennen.

Die Gemeindeverwaltung habe in diesem Fall kein Kontrollrecht vor Ort, werde aber die Resultate der Analysen, die bei den Verbrennungen vorgenommen werden sollen, aufmerksam studieren.

Der kommunistische Rat hatte die Befürchtung geäußert, die Verbrennung von Reifen werde sich negativ auf die Qualität der Luft und die Gesundheit der Anrainer auswirken.