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KPL Sektion Zentrum klärte auf:

Von Tram-Gefahren zu Tram-Bauchgefühlen

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27/03/2014

Am 22. Marz 2014 die Sektion Zentrum der KPL wieder zur Kundgebung zur Aufklärung der Bevölkerung am gewohnten Ort in der Rue de la Poste direkt gegenüber dem todgeweihten Busbahnhof Aldringen an, ob das der DP und ihr hörigen AVL-Bediensteten stinkt oder nicht. Da mit der Tram die Kapazität zur Spitzenstunde zwischen Place de Paris und Oberstadt von 12.400 auf 5.400 Plätze gegenüber heute reduziert wird, kann sie nicht als Mittel zur Mobilität angesprochen werden, die es erlauben würde, mehr Menschen als heute in den öffentlichen Transport zu bringen. Dem steht nämlich die ganz banale Mathematik entgegen: weniger erlaubt nicht mehr!

Die Tram in der Hauptstadt ist demnach zu sehen, als das was es ist: als ein Mittel zur Privatisierung des Luxemburger öffentlichen Transports. Zwei Drittel der AVL-Fahrten werden zur Zeit bereits privat erledigt – zu Zeiten des DP-CSV-Schöffenrats waren es »erst« 50%. Der blaugrüne Schöffenrat hat gute Arbeit im Interesse der privaten Busbetriebe geleistet, und fährt auf dieser Schiene weiter.

Die EU-weite Ausschreibung des Tram-Betriebs, die der heutige Minister Bausch bereits als Mobilitätsschöffe vor Jahren angekündigt hatte, führt sicher nicht zu einem Luxemburger, sondern zu einem Transportmulti als Betreiber: und das ist dann auch derjenige, der sich portionsweise den ganzen Rest bei weiteren Ausschreibungen unter den Nagel reißen wird.

Das ist auch der Grund, warum Alternativen zur Tram, die wirklich die nötige Kapazität haben, die gebraucht wird, unerwünscht sein müssen. Weder mit dem direkten Eisenbahntunnel unter Oberstadt und Limpertsberg (www.busbunn.net – bis zu 30.000 Passagiere Stundenkapazität pro Gleis und Richtung) noch mit der Seilbahn, die nur ein Drittel von der Bahnhaltestelle unter der Roten Brücke kostet (www.seelbunn.lu), und den Vorteil hat, für niemanden die Reisezeit verlängern, was sonst alle aus dem Norden erwartet, die nicht auf den Kirchberg wollen, dafür aber die Reisezeit all jener verkürzt, die aus anderen Richtungen auf den Hauptbahnhof kommen, ist die Privatisierungswelle voranzutreiben!

Von einigen schlug uns da vorm Regen das Tram-Bauchgefühl ins Gesicht: eine Tram ist doch so schööööön, schaut doch mal in Straßburg, Zürich, Barcelona, Lissabon – und in anderen Städten mit breiten Alleen in diversen Flußtälern oder am Meer, aber nicht auf Festungsfelsen (Luxemburg hieß nicht umsonst Gibraltar des Nordens!) und nicht mehr in Karlsruhe: denn dort hat sich die Einsicht durchgesetzt, daß die Tram in der Fußgängerzone gefährlich und an den Kreuzungen ein Hindernis ist, wenn sie oft fährt. Und deswegen wird sie dort in den Untergrund verlegt!

Und so werden Die KPL Sektion Zentrum wohl am Samstag weiter aufklären, wobei wir uns für die offizielle Mitteilung bedanken, daß ab Oktober nur noch 60 statt 150 Busse zwischen Place de Paris und Oberstadt verkehren werden. Und daß die RGTR-Busse AVL-Nummern an der Stadtgrenze kriegen: Leute, die dort heute noch Platz im AVL-Bus finden, werden dann zur Spitzenstunde vergeblich in den RGTR-Bus hineinwollen, denn voll bleibt voll – egal ob der dann von Steinfort, Redingen, Leudelingen oder sonstwo an die Stadtgrenze kommt! Was die grüne Mobilitätsschöffin Sam Tanson ebenso wenig kratzt wie die Tatsache, daß in 60 Busse weniger Leute passen wie in 150. Nach ihr die Sintflut, mit ihr das Chaos!